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Macintosh SE/30

Apple Superdrive: die 1,44MB Diskette

Der Begriff Superdrive taucht bei Apple immer mal wieder auf: Das Ende der Zeiten von 400 und 800 kByte-Disketten läutete Apple mit 1,44 MByte auf der Diskette ein. Das ganze nannte sich dann Superdrive. Das der Name just wieder für den DVD-Brenner im Macintosh recycelt wurde, soll uns hier nicht weiter stören. Der Macintosh SE/30 hatte mit DVD's noch nichts am Hut.

Apple Macintosh SE/30 mit Bootdisketten

Eine mit HFS formatierte Diskette hätte eigentlich bis zu 2 MByte fassen können, da das Apple Diskettenformat deutlich weniger Speicherplatz für die Verwaltung der Daten belegt. Apple verzichtete aber beim Einsatz der neuen Laufwerke bewußt auf die mögliche größere Kapazität um zu MS-DOS und zum PC kompatibel zu bleiben und einen einfachen Datenaustausch zu ermöglichen.

Folgerichtig ist der SE/30 neben dem SE FDHD der erste kompakte Macintosh der in der Lage ist Dateien direkt mit DOS-formatierten Disketten auszutauschen und DOS-Disketten zu formatieren. Dies wurde zunächst mit Systemerweiterungen von Drittanbietern ermöglicht und ab MacOS 7.5 vom Betriebssystem direkt unterstützt.

Es gibt Programme für DOS/Windows, mit denen Apple 1,44 MByte Diskimages auch vom PC geschrieben werden können. Leider unterstützen diese Programme zur Zeit noch keine 800kByte oder 400kByte-Images, so daß der erste kompakte Macintosh für PC-Besitzer aus der Superdrive-Generation stammen sollte.

SCSI und Festplatten

Die originalen Festplatten des Macintosh SE/30 waren mit 40 und 80 MByte nach heutigen Maßstäben nicht gerade üppig ausgelegt. Von einer 40 Mbyte-festplatte bleiben nach dem Formatieren im Mac gerade mal etwas mehr als 38 MByte nutzbar. Mit MacOS6, MacOS 7.0 oder 7.1 kann man jedoch noch eine Menge Daten ablegen. Erst mit MacOS 7.5 wird es langsam eng auf der Festplatte. Gerade im Verhältnis zum möglichen Hauptspeicher von 32 oder maximal 128 MByte sollte man sich auch nach einer größeren Festplatte umsehen

Der Macintosh SE/30 kann mit SCSI-2 Festplatten fast jeder beliebigen Größe umgehen. Die Festplatten müssen auf maximal 2 Gigabyte große Partitionen unterteilt werden, damit die zur Verfügung stehenden MacOS-Versionen damit umgehen können. Mit maximal 7 Festplatten am SCSI-Bus kann ein SE/30 als Fileserver gewaltige Speicherrefugien für ein klassisches Macintosh-Netzwerk bieten.

Mit 1,400 Kbyte Per Sekunde im Write und über 1.800 kByte/s im Read mit einer schnellen Festplatte liefert der SCSI-Bus nach Messungen von Lowend Mac die Daten mit dem höchsten Durchsatz aller kompakten Schwarz/weißen Macintosh. Selbst der Classic II als Nachfolger ist schon im Write-Test gut 28% langsamer.

Auch im Macintosh SE/30 gilt die Einschränkung, daß MacOS nur SCSI-Festplatten des "Herstellers" Apple vom MacOS initialisiert werden. Die originalen Festplatten wurden beim Hersteller mit speziellen ROM's ausgestattet die Apple als Hersteller ausweisen. Nur diese Festplatten werden vom "Festplatte einrichten"-Programm akzeptiert. Wenn Festplatten von Fremdherstellern eingerichtet werden sollen, greift man auch beim SE/30 zu speziellen treibern und Formatierungsprogrammen. Diese Beschränkung wird erst mit dem Einsatz von IDE-Laufwerken ab Performa 630 aufgehoben.

CDROM's am Macintosh SE/30

CD-Laufwerke können am Apple Macintosh SE/30 nur extern am SCSI-Bus angeschlossen werden. Da bis MacOS 7.5 noch kein CD-Treiberim MacOS enthalten ist, müssen CD-Laufwerke mit einem Treiber eines anderen Herstellers betrieben werden. Ich verwende hier das FWB CDROM Toolkit für MacOS 6 und MacOS 7.0 bis 7.1. Das FWB CDROM Toolkit unterstützt die meisten älteren SCSI Laufwerke bis zur 4fachen Geschwindigkeit.

Apple CD 150, externe SCSI-CD mit Caddy

Die hier gezeigte Apple CD 150 ist ein CDROM-Laufwerk mit 2-facher Geschwindigkeit und Caddy. Die CD wird in den Caddy eingelegt und der gesamte Caddy wird in das Laufwerk eingeschoben. Genau wie bei einer Diskette wird die CD erst dann ausgeworfen, wenn das CD-Symbol auf dem Desktop zum Papierkorb gezogen wird. Die CD kann im Caddy gelagert werden. CD-Laufwerke mit Caddy gab es nur in der Apple CD 150 und im Macintosh Performa 630 CD. SCSI CD-Laufwerke mit höheren Geschwindigkeiten hatten eine Schublade.


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