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Macintosh SE/30

Erweiterbares Mainboard

Der Macintosh SE/30 ist der letzte kompakte Mac mit einem Erweiterungsslot. Der SE/30 verwendet bis auf die Taktrate den selben PDS-Slot wie der Macintosh II si. Viele Erweiterungskarten wurden deshalb für II si und SE/30 zusammen entwickelt. Über dem PDS-Slot findet sich im SE/30 ein Schacht, die Karten werden senkrecht aufs Mainboard gesteckt. Es gibt Erweiterungskarten, die es ermöglichen den SE/30-PDS mit mehreren Erweiterungskarten zu belegen.

ROM und RAM sind beim Macintosh SE/30 sind nur gesteckt und nehmen die größte Fläche auf dem Mainboard ein. Berichten zufolge soll es möglich sein das ROM-Simm gegen ein Simm aus einem Macintosh IIsi oder Macintosh IIfx auszutauschen. Beide ROM-Versionen wären 32bit clean, die Simm-Version der ROM's ist aber selten anzutreffen: Beim IIsi waren die ROM's meist aufgelötet.

Mainboard Apple Macintosh SE/30

Im SE/30 werden wie in allen folgenden Modellen SMD-Kondensatoren verwendet. Die kleinen Elektrolytkondensatoren mit Metallkappe halten zwar einige Jahre durch, es besteht jedoch die Gefahr, daß die Kondensatoren auslaufen und das Mainboard kurzschließen. Je nach Lage der betroffenen Kondensatoren fallen bestimmte Funktionen oder sogar der ganze Rechner aus. Es zeigt sich ein typisches Streifenmuster auf dem Bildschirm. Der SimasiMac ist ein beim SE/30 und Macintosh Classic II häufig auftretender Fehler. Abhilfe schafft die Spülmaschine oder der Austausch der betroffenen Kondensatoren.

Ein anderer Grund für das Streifenmuster auf dem SE/30 können verschmutzte Kontakte in den RAM-Sockeln sein. Bevor ein SE/30 in die Spülmaschine muß, bitte die Kontakte der leeren RAM-Sockel mit Pinsel und Staubsauger reinigen und die Simms neu einsetzen. In den meisten Fällen reicht diese Behandlung für eine Beseitigung der Symptome aus

Das Mainboard des SE/30 kann ohne weitere Umbauten im Macintosh SE eingesetzt werden. Der Umrüstsatz wurde von Apple an Händler geliefert und ist ein beliebter Umbau für den Macintosh SE. Wenn das Mainboard in einem SE eingesetzt wird, ist das Chassis über dem SE/30-PDS geschlossen, so daß hier keine Erweiterungskarten eingesetzt werden können. Der offizielle Umrüstsatz enthielt auch ein SE/30-Chassis mit Aussparungen über dem PDS-Slot. Bei der Aufrüstung wird auch das 800k-Diskettenlaufwerk des SE gegen das Superdrive (1,44MByte) ausgetauscht.

Arbeitsspeicher in Hülle und Fülle

Als erster kompakter Mac durchbricht der SE/30 die Schallmauer von 4 MByte Hauptspeicher. In den 8 Simm-Steckplätzen können 30pin-Simms mit Mindestens 120ns reaktionszeit verwendet werden. Der gesamte Speicher ist gesteckt.

Leider ist der Macintosh SE/30 nicht 32bit clean: Das verwendete ROM begrenzt den Rechner auf die 24bit-Adressierung, so daß der Rechner nur auf den Speicher im 24bit-Adressraum zugreift. Das Problem zeigt sich für den Benutzer, wenn nach dem Einbau von mehr Speicher zuviel Speicher dem System zugeschlagen wird. Apple wollte ursprünglich durch den Austausch des ROM's die Adressierung auf 32bit erweitern, das ROM wurde jedoch nie produziert. Wenn der Rechner auf mehr Speicher zugreifen soll wird die Systemerweiterung MODE32 verwendet. Die Systemerweiterung wird beim Start in den Speicher geladen und ersetzt die 24Bit-Routinen im ROM.

30 Pin RAM-Simms a 4 MByte für Apple Macintosh SE/30

Mit speziellen 16MByte-Simms ist es möglich den Macintosh SE/30 bis auf 128 MByte aufzurüsten. Die Bausteine sind allerdings extrem selten und entsprechend gesucht. Laut Apple kann der Macintosh SE/30 nur bis zu 32 MByte RAM aufgerüstet werden, die damals verfügbaren 16MByte Simms waren auch vom Platzbedarf fast doppelt so groß und passen bei senkrechten RAM-Sockeln nicht unter das Chassis des SE/30. Der Speicherausbau auf 128 MByte kann nur auf Mainboards mit schräg liegenden RAM-Simms (nach Austausch der Sockel) oder mit kleinen 30pin-Simms vorgenommen werden.

Je mehr Speicher im Macintosh SE/30 stecken, desto länger braucht er zum Booten des Betriebssystems: Der Rechner prüft beim Hochfahren die installierten RAM-Bausteine und vermerkt die Konfiguration im Parameter-RAM. Nach einer Speicheraufrüstung oder mit einer leeren PRAM-Batterie braucht der Rechner zunächst sehr lange zum Booten, bei den nachfolgenden Neustarts verwendet der Rechner dann die Daten des Parameter-RAM und startet deutlich schneller.

Was macht man mit 128 Mbyte in einem 16 MHz-Rechner? Wenn der SE/30 als Server betrieben wird, könnte man eine RAM-Disk verwenden um mehr als eine volle 40 MByte-Festplatte im RAM zu halten. Für 68k-Macintosh verfügbare Software kommt mit 32 Mbyte mehr als gut über die Runden.


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