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Macintosh Plus

Festplatten am Macintosh Plus

Es gibt einige Besonderheiten bei der Auswahl und Vorbereitung von Festplatten für den Macintosh Plus. Die SCSI-Implementierung beim Macintosh Plus geschah schon sehr früh. Die meisten Hersteller haben zu diesem Zeitpunkt den SCSI-2-Standard noch nicht umgesetzt, so auch Apple. SCSI-2 Festplatten sind meistens in der Lage auch mit SCSI-1 Controllern zu arbeiten, dies kann beim Macintosh Plus zu Problemen führen.

Der SCSI-Controller beim Macintosh Plus ist nicht in der Lage die Daten in der notwendigen Geschwindigkeit von moderneren Festplatten anzunehmen. Festplatten für den Macintosh Plus werden daher meist mit einem Interleave von 3:1 formatiert um die festplatten künstlich auszubremsen. Mit einem Interleave von 3:1 kommen jedoch die meisten Nachfolgemodelle wiederum nicht zurecht. Rechnen Sie also damit, daß die externe Festplatte anschließend nicht mehr an anderen Mac's verwendet werden kann. Sie sollten eine Festplatte für einen Macintosh Plus deshalb unbedingt auch am Plus formatieren.

Externe SCSI-Geräte müssen die Terminierungs-Spannung für den SCSI-Bus liefern, da der Macintosh Plus dies nicht selber leistet. An älteren Festplatten kann die Terminierungs-Spannung sehr oft noch per Jumper eingeschaltet werden. Sie sollten eventuell auf der Platte vorhandene Terminierungs-Widerstände entfernen, wenn Sie vorhaben mehr als diese eine Festplatte am Macintosh Plus zu betreiben.

Apple-Branding bei SCSI-Festplatten

Apple verwendet bei SCSI-Festplatten für den Macintosh spezielle ROM's, die Apple als Hersteller ausweisen. Diese Festplatten mit Apple-Branding kaufte Apple von verschiedenen Herstellern zu. Der selbe Festplattentyp, der in einem Apple verwendet wird, wird vom Hersteller meist auch in einer neutralen Variante angeboten. Wenn Sie so eine neutrale Festplatte verwenden wollen, dann werden Sie sehr schnell feststellen, daß die Festplatte von "Apple HD SC Setup" (im deutschen "Festplatte installieren") nicht erkannt wird. HD SC Setup fragt ein spezielles Kennzeichen von original Apple-Festplatten ab und entscheidet ob die Festplatte "dazugehört" bevor die neue Festplatte initialisiert werden kann.

Fremdhersteller lieferten verschiedene Festplatten-Tools aus, die es ermöglichen Festplatten anderer Hersteller am Macintosh zu betreiben. Unter den Tools kursiert auch eine gepatchte Version von HD SC Setup mit der es möglich ist fremde Festplatten zu initialisieren. Die Beschränkung gehörte zur Marketing-Strategie von Apple, alles aus einer Hand zu liefern um Probleme beim Kunden zu vermeiden (und die Konkurrenz beim Zubehör auszubooten).

Allerdings kann es am Macintosh Plus auch nach dem erfolgreichen Initialisieren vorkommen, daß eine Festplatte absolut nicht "will". Es gibt eine ganze Reihe von SCSI-2 Festplatten, die sich tatsächlich nicht vom Macintosh Plus booten lassen. Symptom: Die Festplatte läßt sich formatieren und nach dem Booten von Diskette auch als Volume ansprechen, soll aber von der Festplatte gebootet werden, ist das Volume nicht ansprechbar. In diesem Falle legen Sie die Festplatte für andere Zwecke auf die Seite und versuchen Sie einen anderen Festplattentyp.

Zip-Disketten am Macintosh Plus

Der Macintosh Plus bootet problemlos von Zip-Disketten, wenn auf derÊ Zip-Disk ein Treiber im Bootsektor der Disk installiert wurde. Der Treiber wird automatisch auf der Zip-Disk installiert, wenn Sie die Disk mit den Iomegatools bis Version 4.2 für Macintosh formatieren. Spätere Versionen der Iomega-Tools installieren keinen Treiber mehr, da ab MacOS 8 der Treiber bereits im Betriebssystem vorhanden ist oder installieren einen Treiber mit dem der Motorola 68000 im Macintosh Plus nicht mehr zurecht kommt.

Iomega Zip 100 SCSI mit Zip-Disketten

Mit den nutzbaren 90 MByte einer typischen Zip100-Disk haben Sie die Möglichkeit auf einer "Wechselfestplatte" ein komplettes System aufzubauen und den Macintosh Plus wahlweise mit unterschiedlichen Betriebssystemversionen und Anwendungen zu betreiben. Allerdings sollte man sich keinen Illusionen über die Geschwindigkeit dieser Lösung machen: Der SCSI-Bus am Macintosh Plus ist langsam und die Zip-Laufwerke werden dadurch auch nicht schneller. Zudem verbreiten laufende Zip-Disketten ein unangenehmes schleifendes Geräusch bei der Arbeit mit dem sonst so lautlosen Macintosh Plus.

Wenn Sie ein Zip-Laufwerk mit mehreren alten Macintosh's verwenden, sollten Sie die Iomega-Treiber Version 4.2 verwenden. Die Erweiterung ist zu MacOS 6 und MacOS 7 kompatibel. Der Treiber gehört zu den Iomega-Tools 4.2, die ebenfalls auf dem Plus laufen und beim Formatieren der Zip-Disk's auch den richtigen Treiber für unseren Macintosh Plus auf der Zip-Disk hinterlassen. Die Zip-Disks lassen sich trotzdem von neueren Systemen (MacOS9 und MacOSX) verwenden, da diese die Zip-Laufwerke immer über Ihre eigenen Treiber ansprechen.

Es ist übrigens völlig unschädlich ursprünglich DOS-formatierte Zip-Disketten am Mac zu verwenden. Ab System 7.5 wird das DOS-Dateisystem erkannt und kann zum Datenaustausch verwendet werden, bei allen älteren MacOS Versionen können DOS-Disketten problemlos auf HFS umformatiert werden, wenn der Iomega-Treiber bereits von Festplatte oder von einer Mac-formatierten Zip-Disk ins System geladen wurde.


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