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Macintosh LC II

Ein altes Mainboard mit neuem Prozessor

Am Mainboard hat sich gegenüber dem Macintosh LC nur wenig geändert: Es bleibt bei 24 Bit für die Adressierung und bei 16 Bit für den Datenbus. Der Motorola 68030 mit 16 MHz, der eigentlich ein echter 32 Bit-Prozessor ist, wird hierdurch genauso gebremst wie sein Vorgänger. Der erweiterte Befehlssatz des 68030 verbessert die Floatingpoint-Leistung des Macintosh LC II, beschleunigt den Rechner ansonsten aber nur mäßig. Das Mainboard sieht jetzt auch einen Platz für einen 68882-Coprozessor vor, der aber in den meisten Modellen nicht bestückt wird.

Der Prozessor Direct Slot im Macintosh LC II ist der gleiche wie im LC: alle Karten für den LC-PDS passen. Der Anschluß für das zweite Diskettenlaufwerk ist auf dem Mainboard vorhanden, der Pfostenstecker ist aber nicht mehr montiert.

Apple Macintosh LC II, geöffnetes Gehäuse

Eine leere PRAM-Batterie steckt der Rechner klaglos weg. Außer Einstellungen und Uhrzeit geht nichts verloren, der Macintosh LC II bootet zuverlässig auch ohne die 3,6 Volt 1/2 AA Lithium-Batterie.

Wie auch im Macintosh LC saugt ein Lüfter in der Gehäusemitte die warme Luft ab, Kaltluft strömt von den Seiten und vom Deckel im Bereich des Mainboards nach. Der Luftstrom wird ungünstig (eigentlich gar nicht) geführt. Für den serienmäßigen Macintosh LC II ist das ok, aber Beschleunigerkarten auf dem LC-PDS werden kaum gekühlt. Der Hauptstrom der Zuluft strömt von der Gehäuseoberseite ein und der Luftstrom von der PDS-Seite wird zusätzlich durch die PDS-Steckerleiste von der PDS-Karte abgelenkt.

Ein Schwachpunkt aus heutiger Sicht ist der geringe Video-Speicher (VRAM) von nur 256 kByte in der Grundausstattung, damit sind 16 Farben bei 640x480 Pixeln möglich. Das spezielle Apple VRAM-Simm mit 512kByte, mit dem der Macintosh LC II 256 Farben darstellen kann, ist selten. Eine nachträgliche Aufrüstung ist heute nahezu unmöglich.

Der Macintosh beherrscht mit einem speziellen 12"-Monitor die Auflösung 512x384 Pixel und kann mit 512 kByte VRAM in dieser Auflösung 32768 Farben darstellen. Die Monitorauflösung ist jedoch zu exotisch, so daß viele Spiele nicht mit dieser Auflösung klarkommen.

Nur 10 Mbyte RAM!

Der Macintosh LC II bringt 4 Mbyte RAM auf dem Motherboard mit. Über zwei 30 Pin-Simms kann der Speicher auf insgesamt 10 MByte erweitert werden. Der LC II akzeptiert 30 Pin Simms der Größen 1, 2 oder 4 MByte mit einer Zugriffszeit ab 100ns. Der maximale Speicherausbau ist mit zwei 4 Mbyte-Simms möglich.

Moment mal: 4 MByte + 4 MByte + 4 MByte = 10 MByte?

Der Speicherausbau kann nur mit Simm-Pärchen gleicher Größe vorgenommen werden. Jedes 30 Pin-Simm hat nur einen 8 Bit Datenbus, daher werden zwei gleichgroße Simms benötigt um den 16 Bit Datenbus des Macintosh LC II zu bedienen. Wenn 4 MByte-Simms installiert werden, werden die unteren, auf dem Mainboard vorhandenen 2 MByte ausgeblendet und sind nicht mehr adressierbar. Aus vorhandenen 12 MByte werden so 10 MByte, mehr läßt eine 24 Bit Adressierung nicht zu.

Apple Macintosh LC II, RAM und VRAM

Als der Macintosh LC II 1992 auf den Markt kam taten die RAM-Preise für 2 verschenkte MByte noch weh, daher finden sich heute in Macintosh LC II oft die im PC-Markt sehr exotischen 2 MByte 30 Pin-Simms. Mit 8 MByte RAM ist der LC II für MacOS 7.0.1 immer noch gut ausgestattet.


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