Bei Ahl's einfachem Benchmark geht es darum Die Quadratwurzel und das Quadrat aus jeweils einer Zufallszahl zu ermitteln. Die Ergebnisse werden jeweils direkt verworfen, es finden also fast keine Speicherzugriffe statt. Damit die CPU etwas zu tun bekommt wird das ganze in eine Reihe von geschachtelten Schleifen verpackt und für das ganze die Anzahl der Systemticks gezählt. Die Systemticks werden normalisiert, da jeder Macintosh seine Ticks in einem anderen Zeitabstand liefert. Das Ergebnis wird relativ zu einem vom Autor des Benchmarks ermittelten Basiswert gesetzt und ausgegeben.
Man kann erkennen, daß Benchmarkprogramme eigentlich kein Hexenwerk sind: Die Firma Floodgap stellt den
SieveAhl CPU-Benchmark
für 68k-Macintosh als Freeware zum Download zur Verfügung. In weiteren Seiten sind die verwendeten Algorythmen näher erläutert.
Bei den Floating-Point Leistungen unterscheiden sich die einfachen Motorola 68020/68030 und 68LC040 ohne Floating Point Unit (FPU) deutlich von Systemen mit 68882-FPU oder vollwertigen 68040-Prozessoren mit FPU. Für den Test standen mir nicht alle Varianten zur Verfügung, die meisten Varianten deckte der Test jedoch ab.
Da Ahl's simple Benchmark deutlich schneller läuft als das Sieb des Erastotenes, habe ich die Anzahl der Durchläufe gegenüber dem Vorgabewert verzehnfacht um akkurate Meßergebnisse zu bekommen. Auch hier machen sich Systemerweiterungen und unterschiedliche MacOS-Versionen mit geringen Einflüßen auf die Meßergebnisse bemerkbar.
Die Ergebnisse sind nicht alle so, wie ich Sie erwartet hätte: Der LC mit 68882 ist leistungsfähiger als ein LC2 mit der gleichen FPU.
Da weder LC noch LC2 über einen Steckplatz für den 68882 verfügen, habe ich für beide Systeme eine Steckkarte für den LC-PDS verwendet. Dies ist bei beiden Systemen die einzige Möglichkeit eine FPU nachzurüsten. Möglicherweise lagert der Motorola 68020 mehr Befehle in den 68882 aus als der 68030 und kann so die FPU besser nutzen.
Ebenfalls auffällig ist das ganz knapp bessere Ergebnis der LC3+ mit 68882-Option gegenüber dem Macintosh LC 475: Der 25 MHz Motorola 68LC040 ohne FPU arbeitet fast genauso effektiv wie das schneller getaktete Motorola 68030/68882-Pärchen bei 33 MHz im LC3+, der vollwertige 68040 würde den die Kombination im LC3+ um Längen schlagen. Ein ernüchterndes Ergebnis für den LC3+: Der zeitgleich erscheinende Macintosh LC 475 war sowohl billiger als auch leistungsfähiger.
| Modell | CPU | Taktrate | Jiffies | relativ zum Macintosh LC |
|---|---|---|---|---|
| Macintosh LC | 68020 | 16 MHz | 3270 | 100,0% |
| Macintosh LC (FPU) | 68020+68882 | 16 MHz | 1280 | 255,5% |
| Macintosh LC II | 68030 | 16 MHz | 2540 | 128,7% |
| Macintosh LC II (FPU) | 68030+68882 | 16 MHz | 1970 | 166,0% |
| Macintosh LC III | 68030 | 25 MHz | 1410 | 231,9% |
| Macintosh LC III+ (FPU) | 68030+68882 | 33 MHz | 446 | 733,2% |
| Macintosh LC 475 und Quadra 605 | 68LC040 | 25 MHz | 452 | 723,5% |
Je nach MacOS-Version und geladenen Systemerweiterungen können Abweichungen in den Ergebnissen zu den von mir vorgenommenen Messungen auftreten.