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Formac PRO 33

68030 und 68882 mit 31,5 MHz

Etwa 1993 brachte die deutsche formac GmbH unter dem Handelsnamen formac PRO 33 eine Beschleunigerkarte für den Macintosh LC und LC II auf den Markt. Ein Motorola 68030 und ein Motorola 68882 mit jeweils 31,5 MHz Taktrate aktualisieren den Rechner zumindest auf dem Papier auf die Hardware eines Macintosh LC III. Die Karte paßt zum Mainboard des LC und LC II und weiteren Performa- und LC-Modellen die die gleichen Mainboards verwenden.

formac Pro 33 Beschleunigerkarte

Die Platine ist gekennzeichnet mit "formac PL143 Rev 1.0 04.03.1993 HV L6".

formac Pro 33 Beschleunigerkarte

Die hier gezeigte Karte steckte ohne Treiber in einem Macintosh LC II. Die Karte ist recht selten und nur in Deutschland bzw. im näheren europäischen Umfeld anzutreffen. Scheinbar gelangten einzelne Exemplare mit Gebrauchtgeräten auch in die USA. Mittlerweile habe ich auch passende Treiber:

DownloadFormac PRO 33/50: Kontrollfelder als SIT-Archiv (181 kByte)
DownloadFormac PRO33/50: Kontrollfelder als Zip-Archiv (75 kByte)

Danke an Oliver Soehlke von www.myoldmac.net (für ProCPU 1.0.7), Stefan Fiedler (für ProCPU 1.0.6) und an die deutsche Formac GmbH für die Erlaubnis den Treiber zum Download bereitzustellen.

Die Karte wird ohne weitere Befestigungsschrauben auf den LC-PDS des Macintosh LC oder Macintosh LC II gesteckt. Sie wird beim Betrieb des Rechners sehr heiß: Leichte Schmauchspuren an der inneren Rückwand des Gehäuse zeugen von den hohen Temperaturen bei Dauerbetrieb. Die Karte heizt sich selbst dann auf, wenn der Prozessor nicht im Betrieb ist.

Der LC-PDS liegt eher ungünstig im kühlenden Luftstrom: Der zentrale Ventilator im LC-Gehäuse saugt die warme Luft aus der Mitte des Gehäuses und die kalte Luft strömt von den Lüftungsschlitzen an den Außenseiten nach. Der LC-PDS deckt dabei mit der Anschlußleiste die beiden Prozessoren und die Cache-Bausteine der PRO 33 LC fast vollständig ab, so daß sich hier die Hitze stauen kann. Glücklicherweise scheint die PRO 33 die hohen Temperaturen zu vertragen, denn es besteht fast keine Möglichkeit die Kühlluft im engen Gehäuse der Pizzaboxen umzuleiten.

Formac PRO 33 im Integer-Benchmark

Mit dem Sieb des Erastotenes habe ich die Formac PRO33 im Apple Macintosh LC und im Macintosh LC II getestet. Mit dem Programm SieveAhl wird hier die Leistung des Motorola 68030 gemessen.

Interger Benchmark: PRO33 gegen den Rest der LC's

Die PRO 33 erreicht im Macintosh LC II deutlich bessere Werte als im Macintosh LC. Im Vergleich zum sereinmäßigen LC II ist der aufgerüstete LC noch schneller, erreicht aber nicht die Werte des 68030 mit 25 MHz im LC III. Im LC II erreicht die PRO 33 dann eine Integerleistung die sich dem 33 MHz 68030 im LC III+ nähert.

Die Schwäche im Macintosh LC kann im ROM liegen: Erst die ROM-Version des Macintosh LC II nutzt den erweiterten Befehlssatz des Motorola 68030 aus, der LC muß sich mit dem Befehlssatz des Motorola 68020 begnügen. Beide Rechner leiden bei Einsatz der Formac Pro 33 unter dem schmalen Datenbus im LC-PDS, LC III und LC III+ greifen dagegen mit 32 Bit Busbreite auf den Speicher zu.

Motorola 68882: Geschwindigkeit ist keine Hexerei!

Bei Ahl's simple Benchmark wird nur die Floatingpoint-Leistung bewertet. In der folgenden Grafik sind zum Vergleich auch die Werte gezeigt, die LC und LC II mit einer 68882-Erweiterungskarte (FPU) im LC-PDS erreichen.

Floating-Point Leistung: PRO33 gegen andere 68020/030-LC's

Die Formac PRO 33 LC überflügelt meinen LC3 ohne Coprozessor in der Leistung und nähert sich fast an den gleich getakteten LC3+ mit 68882 an. Auffällig ist, das der Macintosh LC den 68882 auf der Pro 33 LC nicht richtig ausnutzen kann. Scheinbar ist die Toolbox (ROM) zu sehr auf den 68020 ausgelegt und nutzt den Befehlssatz der Kombinatione 68030/68882 nicht aus.


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