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Macintosh Classic II

Innere Werte des Classic II: Alles wird anders!

Nach dem Entfernen des hinteren Gehäuseteils zeigen sich deutliche Änderungen gegenüber den anderen kompakten Macintosh-Modellen:

Apple Macintosh Classic II ohne Gehäuse

Immer noch befinden sich Diskettenlaufwerk und die interne SCSI-Festplatte an ihrem angestammten Platz unter der Bildröhre, aber alles andere ist neu. das Analog-Board wurde deutlich verkleinert und stützt den oberen Teil der Gehäusefront nicht mehr gegen das Chassis ab. Die hinteren und seitlichen Aufbauten des Chassis für Erweiterungsplatinen und deren Tochter fehlen komplett, das Chassis besteht nur noch aus einer Basis im unteren Teil des Rechners das die Platinen hält und auf dessen Oberseite die Laufwerkskäfige befestigt wurden. Das Mainboard wird hier in das Chassis vollständig eingeschoben und nicht mehr geklappt.

Unterseite des Apple Macintosh Classic II ohne Gehäuse

Der Lüfter ist im vorderen Bereich des Chassis neben den Laufwerken montiert und saugt kalte Außenluft über einen Trichter im vorderen Teil des Gehäusefußes an. Die Warmluft wird durch ein Gitter etwa auf halber Höhe an der Gehäuserückseite wieder abgegeben. Diese Anordnung wurde nur dadurch möglich, daß das Mainboard gegenüber den bisherigen Modellen auf die Hälfte verkleinert wurde. Der Apple Macintosh Classic II wird damit deutlich leiser als ein SE/30: Der Lüfter arbeitet mit der leiseren Saugseite zum Gehäuse, hat einen längeren verwinkelten Ansaugweg der das Lüftergeräusch dämpft und der Luftstrom zielt genau auf die wärmeerzeugenden Teile des Analog-Boards. Das Ansaugen von Staub durch den Disketten-Schlitz findet mit dem erhöhten Luftdruck im Inneren des Classic II ein Ende, das Laufwerk bleibt nahezu staubfrei. Dafür sollte der Ansaugweg auf der Unterseite des Rechners frei- und saubergehalten werden.

Ein Blick auf das Mainboard

Das Mainboard scheint eine Kreuzung aus der LC-Linie mit dem Macintosh Plus zu sein. Viele Bauteile wurden zusammengefaßt so daß sich die Größe des Mainboards im Vergleich zu den anderen kompakten Macintosh halbiert. Einerseits ist diese Verkleinerung eine enorme technische Leistung, andererseits wurde mit schmerzhaften Abstrichen bei der Speicher-Ausstattung erkauft.

Mainboard eines Apple Macintosh Classic II

Den meisten Platz auf dem Mainboard des Apple Macintosh Classic II nimmt das ROM und die RAM-Slots ein. Beide Baugruppen zusammen belegen bereits 3/8 des Mainboards. Es gibt zwei Varianten des Mainboards, die hier gezeigte Variante mit 4 ROM-Sockeln und eine weitere mit 2 quer angeordneten größeren ROM-Sockeln. Auf dem Motherboard aufgelötet befinden sich 2 MByte RAM. Der Speicher kann mit 30 Pin-Simms mit maximal 100ns Zugriffszeit erweitert werden, es werden immer beide Steckplätze gleich gefüllt. Wenn der Speicher bis zum Maximum ausgebaut wird, befinden sich hier zwei 4 MByte-Simms. Dem Speicherbus fehlen die notwendigen Adreßleitungen um Simms zu adressieren die größer als 4 MByte sind.

Um Platz zu sparen wurden viele Bauteile auf den Chip's zusammengefaßt. So war es möglich auf dem Classic II sogar einen Soundeingang unterzubringen. Sowohl Eingang als auch Soundausgang leisten 8 bit Mono bei 22 kHz und eignen sich nicht zum digitalisieren von Musik. Einmal abgesehen vom Speicher hat sich die Ausstattung des Mainboards gegenüber den SE und SE/30-Modellen deutlich verbessert.

Auf dem Mainboard befindet sich auch ein Erweiterungssockel. Es ist aber nicht ganz klar welchen Zweck dieser Sockel erfüllt, es handelt sich mit Sicherheit nicht um einen PDS-Slot. Der Slot ist mit "FPU/CPU Expansion" gekennzeichnet, Erweiterungskarten hierfür gab es, soweit mir bekannt, allerdings nicht.

Der Classic II benötigt die übliche 3,6V Lithium-Batterie für das Parameter-RAM. Der Rechner geht sehr sparsam mit der Batterie um und bootet auch dann klaglos wenn die Batterie am Ende leer ist.

Laufwerke im Macintosh Classic II und Performa 200

Das im Classic II verwendete flache Diskettenlaufwerk liest und schreibt 1,44 MByte und 800k-Disketten. Das Erstellen von 400k-Disketten ist nicht mehr möglich. Dafür ist es möglich DOS-formatierte Disketten zu lesen und zu schreiben. Dank der veränderten Luftführung verschmutzt das Laufwerk nicht mehr und macht normalerweise keinen Ärger.

Apple verwendet immer noch Festplatten mit 40 und 80 MByte Kapazität für den Classic II. Der Classic II arbeitet problemlos mit allen SCSI2-Festplatten zusammen und liefert auch die Terminierungs-Spannung für den externen SCSI-Bus mit. Wie bei allen SCSI-Festplatten verwendet Apple auch hier das Branding des Festplatten ROM's um zu verhindern, daß Festplatten anderer Hersteller verwendet werden. Mit gepatchtem "Apple HD SC Setup" ist das aber auch hier kein Problem.


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